USA und EU verhandeln über Fortbestand der visumfreien Einreise für Europäer
Am 10. September 2026 hat die Europäische Kommission dem Rat der Europäischen Union Vorschläge zur Unterzeichnung eines neuen Rahmenabkommens mit den Vereinigten Staaten vorgelegt. Ziel der Vereinbarung ist der Austausch von Informationen, die für Grenzkontrollen sowie die Bewertung von Visum- und Reisegenehmigungsanträgen genutzt werden. Damit reagiert die EU auf neue Sicherheitsanforderungen Washingtons, von denen die weitere Teilnahme europäischer Länder am US Visa Waiver Program abhängt.
Für Reisende bedeutet dies zunächst: Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür, dass die visumfreie Einreise in die USA für Bürger teilnehmender Länder wegfallen soll. Wer aus einem der 42 Länder und Territorien stammt, die aktuell am Visa Waiver Program teilnehmen, kann weiterhin für touristische oder geschäftliche Aufenthalte von bis zu 90 Tagen ohne klassisches Visum in die USA reisen. Voraussetzung bleibt jedoch die elektronische Reisegenehmigung ESTA für die USA, die vor Abreise beantragt werden muss.
Im Zentrum der aktuellen Verhandlungen steht ein erweiterter Informationsaustausch, der bestimmte Reisende betrifft und auch biometrische Daten einschließen kann. Seit 2022 verlangen die USA von Ländern, die am Visa Waiver Program teilnehmen oder ihm beitreten möchten, den Aufbau einer sogenannten Enhanced Border Security Partnership mit den US-Behörden. Die EU verhandelt nun im Namen ihrer Mitgliedstaaten über die konkrete Ausgestaltung dieser Partnerschaft, um einheitliche Standards für alle Schengen-Staaten zu schaffen, anstatt bilaterale Einzelabkommen zuzulassen.
Gleichzeitig legt die Europäische Kommission Wert darauf, europäische Schutzmechanismen in das Abkommen zu integrieren, die regeln, wie die geteilten Daten von amerikanischer Seite verwendet werden dürfen. Damit soll sichergestellt werden, dass der Datenaustausch im Einklang mit europäischem Datenschutzrecht erfolgt und nicht zu einer unkontrollierten Weitergabe sensibler Informationen führt. Die Verhandlungen befinden sich derzeit in der Phase der politischen Abstimmung zwischen Kommission und Rat, bevor ein endgültiges Abkommen mit den USA geschlossen werden kann.
Für Reisende, die eine Reise in die USA planen, ändert sich im Alltag vorerst nichts an den bestehenden Abläufen. Wer visumfrei einreisen möchte, benötigt weiterhin eine gültige ESTA-Genehmigung, während Reisende, die nicht aus einem Land des Visa Waiver Program stammen oder deren Aufenthalt länger als 90 Tage dauert beziehungsweise anderen Zwecken als Tourismus oder Geschäft dient, ein reguläres Touristenvisum für die USA benötigen. Die Entwicklung der Verhandlungen sollte dennoch aufmerksam verfolgt werden, da zukünftige Anpassungen der Einreisebestimmungen nicht ausgeschlossen sind.
Wer sich unsicher ist, welche Reiseformalität im eigenen Fall zutrifft, oder Unterstützung bei der Beantragung benötigt, kann sich auf unserer Visum-Übersicht für die USA über die verschiedenen Optionen informieren. Dort finden sich auch Details zu den Kosten für ein USA-Visum, damit Reisende ihre Reiseplanung frühzeitig und ohne böse Überraschungen gestalten können.
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